Das „Interkulturelle Orchester Göttingen“

 

Ballin Abbas aus dem Irak zeigt uns mit seinem mitreißenden Liebeslied „Habibi – Nour El Ain“, wie viel Einfluss die arabische Musik auch Jahrhunderte nach dem Weggang der Mauren aus Spanien immer noch auf das südeuropäische Land hat.
Wenn Goitom Kahsu in "Eza Alemna" („Unsere Welt“) sein Klagelied über die in den Fluten des Mittelmeers verlorenen Kinder anstimmt, macht sich das ganze Orchester mit ihm auf den Weg über das Meer.
Abdiwahid Mohammed Abdi erzählt von den schönen Mädchen aus seiner Straße und seiner Hoffnung, irgendwann einfach aus der Tür treten zu können, um sie wieder zu sehen.
Mit dem in Toulouse aufgewachsenen Philippe Paludetto beschreibt das Orchester einen musikalischen Bogen von Liedern über das Chile der 80er Jahre und die Trauer eines Franzosen, all das Schöne, das es im Leben geben kann, nicht festhalten zu können.
Badel Safi und Reshad Sultani singen von Afghanistan, von der Heimat, die verloren scheint.Achtzehn Musiker*innen begleiten sie und begeben sich musikalisch nach Kabul, um uns hören zu lassen, dass wir stark werden, wenn wir zusammen kommen.
Das ist das Besondere an diesem Orchester; jede und jeder bringt etwas mit von seiner Musik, und nimmt alle mit -  in den Irak, den Iran, nach Eritrea, Polen, Afghanistan, Frankreich und Deutschland. Vieles wird zu einem und mündet wieder in Vieles.Wir müssen uns bewegen, zu und mit den Rhythmen anderer Länder.Menschen, die hierher flüchten mussten, machen genauso mit wie andere, die in Göttingen wegen der Liebe gelandet sind, oder schon immer hier leben und einfach neugierig sind auf Musik fremder Kulturen.

 

 

 

Auftrittstermine Interkulturelles Orchester 2016:    

 

Sa, 20.08. um 20.00 Uhr: musa e.V.
So, 18.09. um 18.00 Uhr: Gut Sennickerode im Rahmen der Musikreihe „Kultur im Kreis“
Sa, 12.11. um 13.15 Uhr: Uni Göttingen, Zentrales Hörsaal-Gebäude (im Rahmen des XVII. Göttinger Kongresses für Erziehung und Bildung)

     
Projekt:
Viel ist passiert seit dem Start des Projekts im August 2013. Schon zur ersten Probe im November 2013 kamen rund zwanzig Interessierte. Doch von diesen  zwanzig blieben bis zu den Aufführungen nur zehn Musiker*innen. Immer wieder kamen neue Menschen dazu, andere wollten oder mussten gehen. Wegen der Arbeit, die nicht mit den Probenzeiten zusammen zu bringen war, oder wegen der Aufenthaltserlaubnis oder weil die Musiker*innen mit ihrer Musik Geld verdienen müssen.

Von September bis Dezember 2015 trat das Interkulturelle Orchester, intern liebevoll IKO genannt, insgesamt neun Mal auf. Mit Gastspielen in Herzberg, Hann. Münden, Hannover, Hameln und Oldenburg.Es gibt viel Bewegung im Ensemble des „Interkulturellen Orchesters Göttingen“. Immer wieder kommen neue Menschen und neue kulturelle Einflüsse hinzu. Das ist manchmal schwierig - musikalisch, und im menschlichen Miteinander, aber auch sehr spannend.

     
Ziele:

Hier kommen die Ziele, die wir erreicht haben und noch weiter erreichen möchten:

• Menschen mit Migrationshintergrund die Teilhabe an Kultur ermöglichen

• die kritische Auseinandersetzung mit Vorurteilen fördern

• einen kreativen Umgang mit den eigenen Lebensumständen ermöglichen

• das kulturelle Selbstbewusstsein der Ensemble-Mitglieder stärken

• das Miteinander und den Austausch verschiedener Kulturen fördern

• traditionelle, moderne und klassische Musikrichtungen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenbringen

• den Respekt und die Toleranz untereinander fördern

• Netzwerkbildung mit Migrantenorganisationen fortsetzen

 

Das Orchester:


Ensemble:

Ballin Abbas: Gitarre, Gesang (IRQ)

Christine Conrad-Vaupel: Percussion (D)

Thomas Dyba: Tenorsaxophon (D)

Claudio Fischer: Bariton Saxophon (D)

Ulli Günzel: Gitarre (D)

Antje Hildebrandt: Querflöte (D)

Omid Zavar Jalali: Gitarre (IR)

Axel Kaul: E-Bass (D)

Hans Kaul: Akkordeon, Leitung (D)

Gaby Könke: Saxophon (D)

Izabela Leszka-Küster: Saxophon (PL)

Badel Safi: Harmonium, Gesang (AFG)

Sonja Schubert: Cello (D)

Georg Waadt: Viola, Mandoline (D)

Susanne Winter: Percussion (D)

Kai Wittke: E-Piano (D)


Gesang:

Mohammed Abdi (SO)

Goitom Kahsu (ER)

Reshad Sultani (AFG)

 

 

 

Das Projektpersonal:     

Gabi Radinger ist über das erste Weststadtrevue-Projekt im Jahr 2000 zum Kulturzentrum musa gekommen und ist dort zuständig für Projektmanagement und Stadtteilarbeit. In den vergangenen fünfzehn Jahren hat sie die jährlichen Weststadtfeste sowie zwanzig Bühnen- und Filmprojekte mit über 500 Mitwirkenden geplant und geleitet.

Die erfolgreichsten Produktionen unter ihrer Leitung sind der Kurzfilm „Das Oma-Problem“ (2004) mit über 5 Millionen Aufrufen bei der Internetplattform Youtube, das Jugendmusical „Who’s online?“ (2010), nominiert für den klicksafe-Preis 2011 und Gewinner des vom Bundeswirtschaftsministerium ausgelobten Preises „Wege ins Netz“ im Jahr 2011, in Kooperation mit dem boat people Projekt die Theaterproduktion „Rosenwinkel“ (2012) mit Gastspielen u.a. in Karlsruhe und Berlin sowie unter der Federführung der Internat. Händel-Festspiele Göttingen die Händel-HipHOpera „Familienbande: Faramondo“ (2014), die als beispielhaftes Jugendprojekt in Auszügen live bei der Expo 2015 in Mailand präsentiert wurde.

Gabi Radinger vertritt das Kulturzentrum musa im Stadtteilbündnis Weststadtkonferenz und die Weststadtkonferenz im Unterausschuss „Stadterneuerung Weststadt“. Mit Hans Kaul hat sie sowohl beim Projekt „Rosenwinkel“ (2012) als auch und beim generationsübergreifenden Musical „Mangelware“ (2013) zusammen gearbeitet.

 

Hans Kaul, geboren 1962, Pianist, Keyboarder, Arrangeur, Komponist von Bühnen- und Filmmusiken und Popsongs, war von 1994-2011 Musikalischer Leiter am Deutschen Theater in Göttingen. In dieser Zeit arrangierte er Musicals und Operetten, leitete die Darsteller-Auditions, war zuständig für die personelle Einsatzplanung und verantwortlich für die musikalische Einstudierung. Band- und Orchesterdirigate unternahm er vom Klavier aus. Seine pianistischen Fähigkeiten wurden ausgebildet von Prof. John Skippen, Hannover, und Prof. Einar Steen-Nökleberg an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover (1979-83). Von 1985 bis 1989 studierte er Musikwissenschaften an der Georg August-Universität, Göttingen.Als freier Musiker spielte er ab 1988 am Staatstheater Kassel, am Jungen Theater Göttingen, am Deutschen Theater in Göttingen, an den Schauspielhäusern Eisenach und Erfurt, u.a. bei EVITA, JESUS CHRIST SUPERSTAR, CABARET, DER KLEINE HORRORLADEN, ROCKY HORROR u. a.

Als Keyboarder und Arrangeur des Berliner Varieté Scheinbar und der Varieté-Band Harry Sandmann Quartett tourte er in den 90er Jahren durch Deutschland, die Schweiz, Österreich, Dänemark und Spanien (Auftritte u.a. am CHAMÄLEON in Berlin, im SCHLACHTHOF Bremen und im Rahmen des Kulturprogramms der OLYMPISCHEN SOMMERSPIELE Barcelona, 1992).

Hans Kaul hat am Deutschen Theater in Göttingen viele Musicals (zuletzt CABARET, EVITA, DIE DREIGROSCHENOPER, SISTERS OF SWING), Operetten (DIE FLEDERMAUS, DIE BLUME VON HAWAII) und zahlreiche Musiktheaterproduktionen (MANCHMAL NUR WIE SCHLAFEN, ALICE IM WUNDERLAND) geleitet. Für das Göttinger Sinfonie Orchester hat er einzelne Titel arrangiert, die Orchesterproben geleitet und das Dirigat bei der Aufführung in der Göttinger Lokhalle (POP MEETS CLASSIC) übernommen. Seit dem Sommer 2011 arbeitet Hans Kaul wieder als freier Musiker und hat in der ersten Jahreshälfte 2012 das Arrangement und die Musikalische Leitung für das Musical LA CAGE AUX FOLLES am Stadttheater Heilbronn übernommen.Für die Händelgesellschaft Göttingen verfasste er anhand der Händeloper AMADIGI eine Version mit und für Jugendliche.

Er ist Mitglied des BOAT PEOPLE PROJEKTS GÖTTINGEN. Für dieses schreibt er Bühnenmusiken und begleitet die Vorstellungen als Akteur und Musiker live auf der Bühne.

 

 

Gefördert durch: