Heimat tanzt überall

     
in Kooperation mit der Käthe-Kollwitz-Schule und der Jugendhilfe Südniedersachsen 

 

Mit diesem Projekt möchten wir einen Beitrag leisten, jugendlichen Flüchtlingen mit den Mitteln von Tanz und Bewegung einen Raum für Ausdruck und Begegnung zu schaffen. Mit unserer Kultur, speziell mit der zeitgenössischen Tanzkultur, mit ihrer eigenen und nicht zuletzt mit dem Respekt für den kulturellen Schatz, den sie mitbringen.

    

Wir werden gezielt mit den neu eingerichteten Flüchtlingsklassen der beteiligten Schule arbeiten. Hier sind sie schon in eine Struktur eingebunden, gehen einen ersten Schritt in einen regelmäßigen Alltag, der ihnen weitere Perspektiven bieten kann. Im Rahmen dieser Struktur und mit deren Unterstützung glauben wir, dass wir unser Angebot  für die Jugendlichen längerfristig aufbauen können, so dass sie selbst einen für sie gewinnbringenden Nutzen daraus ziehen werden. Im Gegensatz zu rein freiwilligen Angeboten können wir hier sowohl mit den Inhalten des Fachunterrichts arbeiten, als auch auf bestehende soziale Kontakte aufbauen. Es gibt einen festen Ort und Zeitrahmen, bestehende Kontakte untereinander, zur Schule und Jugendhilfe. Wir wollen neben dem Sprachangebot einen zusätzlichen Beitrag zu einer gelingenden Integration schaffen.


Flüchtling zu sein heißt nicht nur Entbehrungen und Leid von Heimat und Familie, sondern auch die Entwurzelung von Strukturen, die Halt und Sicherheit bieten. Mit den Mitteln des körperlichen Ausdrucks über den Tanz möchten wir anknüpfen an etwas, was die meisten als positive Erfahrungen in sich tragen: Musik, Bewegung und Tanz. Neben dem Spaß am kreativen Ausdruck wollen wir einen spielerischen Umgang mit der zeitgenössischen Tanzkultur ermöglichen. Hierzu gehört auch, dass wir respektvoll umgehen mit verschiedenen religiösen und kulturellen Hintergründen, aber auch z.B. mit der Frage der Geschlechterrollen. Wir sehen nicht nur einen Flüchtling, der unsere Hilfe braucht, dem wir alles neu beibringen müssen, sondern wir entdecken einen Menschen mit seiner Geschichte, mit seiner eigenen kulturellen Identität. Tanz kann aufzeigen, dass schon viel da ist und Tanz kann auch über sprachliche Barrieren hinweg ein Miteinander schaffen und gestalten.


Das Projekt findet statt von August 2016 bis einschließlich Januar 2017. Eine Fortsetzung im kommenden Schuljahr ist wünschenswert.

     

Die Schüler und Schülerinnen bekommen 25 Stunden Tanzunterricht insgesamt. Es sind max. 20 Jugendliche geplant. Die Zeiten werden in Form von Intensivtagen und vereinzelten Doppelstunden mit den beteiligten Lehrer/innen und der Schulleitung über das Schulhalbjahr verteilt geplant. Abschließend findet im Januar eine Aufführung in der Schule und eine weitere im Kulturzentrum musa statt.

     
Künstlerische Leitung:

Christoph Schütz, Tänzer, Choreograph

Marianne Piet, Tanzpädagogin

     
Projektleitung: Gabi Radinger